Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinden

Dietenhofen, Götteldorf und Seubersdorf



Corona update

 


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„Beistand, Trost und Hoffnung“
Ein Wort der katholischen, evangelischen und orthodoxen Kirche in Deutschland
2020-Gemeinsames-Wort-der-Kirchen-zur-Corona-Krise.pdf (164.22KB)
„Beistand, Trost und Hoffnung“
Ein Wort der katholischen, evangelischen und orthodoxen Kirche in Deutschland
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 Brief an die Gemeinde von Pfr. Bär

 

Liebe Gemeinde,

jeden Tag hören wir neue Meldungen in den Medien über Infektionszahlen, Regelungen für den ausgerufenen Katastrophenfall (Ausgangseinschränkungen), Prognosen für die weitere Entwicklung und wir erfahren spürbare Veränderungen in unserem Alltag bis hin zu Existenzängsten im beruflichen wie auch privaten Bereich.  Wir hören ganz unterschiedliche Stimmen dazu von Menschen aus Fern und Nah, Stimmen, die uns berühren, bewegen, aber auch beunruhigen oder uns nur noch den Kopf schütteln lassen. Da geht es mir nicht anders als Ihnen.

Ich verbringe gerade viel Zeit an meinem Schreibtisch mit meinem Computer und am Telefon. Das ist ungewohnt für mich als einen Beziehungsmenschen, dem der persönliche Kontakt mit anderen sehr wichtig ist, der auch mal gerne jemanden in die Arme nimmt, wenn ich z.B. Besuche mache. Der Verzicht fällt mir nicht leicht, auch wenn ich es für dringend geboten halte, in der momentanen Situation Abstand zu halten bzw. zuhause zu bleiben. Und ich frage mich, wie soll ich als Christenmensch und Pfarrer den Menschen, meiner Gemeinde nahe sein ohne Besuche, ohne gemeinsame Gottesdienste, ohne persönliche Begegnung mit Augenkontakt?

Das ist das eine, aber mich beschäftigt noch etwas anderes: was trägt mich jetzt, was gibt mir Halt und Hoffnung in diesen beunruhigenden Zeiten, in denen keine/r weiß, was uns noch erwartet? Wie soll ich in der räumlichen Distanz zu Menschen von der Nähe unseres Gottes reden? Und wie kann ich überhaupt von Gott reden?

Ich will´s versuchen, vielleicht können Sie diesen Weg mitgehen.

Mir ist in diesen Tagen wieder der Taufspruch unseres Sohnes Frederik in den Sinn gekommen und wichtig geworden: „Siehe, ich habe dir geboten, dass du getrost und unverzagt seist. Lass dir nicht grauen und entsetze dich nicht; denn der Herr, dein Gott, ist mir dir in allem, was du tun wirst.“

Damals wollten wir unserem Sohn eine Gewissheit und ein Vertrauen mitgeben, dass er auf seinen Wegen durch´s Leben nicht ohne Gott unterwegs ist. Wir wollten das ihm und auch uns selbst als Eltern zusprechen, ohne Angst in der Hoffnung auf Gottes treue Begleitung die Schritte durch´s Leben gehen zu können. Gott will unser Heil, Gott straft nicht durch Krankheiten oder Schicksalsschläge! Dessen bin ich mir sicher.

Das heißt für uns aber nicht, die Hände in den Schoß zu legen und darauf zu warten, dass Gott es  jetzt schon richten wird. Das heißt in der jetzigen Situation mit der Bedrohung durch den Corona-Virus für mich, dass wir den Auftrag haben, alles Mögliche dafür tun, um auf die Menschen in unserer Umgebung Rücksicht zu nehmen und sie durch unser Abstandhalten zu schützen. Das heißt aber auch, dass wir bereit sind, den Menschen, die Hilfe brauchen z.B. in der täglichen Versorgung, weil sie erkrankt sind oder zur Risikogruppe (ältere und vorerkrankte Menschen) gehören, unsere Unterstützung z.B. durch Einkaufengehen zu gewähren.

Und mir ist das Gebet wichtig: Ich rufe Gott zu mir und wende mich an ihn im Gebet, dass er uns dafür die nötige Einsicht schenkt, dass wir diese Krisenzeit gemeinsam überstehen werden und sie ein baldiges Ende finden wird. Ich bitte Gott,  dass er uns die Kraft und Hoffnung gibt, dieser Herausforderung durch den Corona-Virus standzuhalten, dass er den Sterbenden nahe ist und ihnen Hoffnung auf die Ewigkeit gibt und die Trauernden tröstet. Ich bitte Gott um Durchhaltevermögen für die Menschen in medizinischen und pflegenden Berufen, in der Lebensmittelversorgung u.a. und für die Menschen, die sich jetzt in der Nachbarschaftshilfe engagieren.  

Im Gebet können wir Gemeinschaft im Glauben leben und uns solidarisch zeigen. Deshalb mein Vorschlag:

jeden Abend um 19.00 Uhr stellen wir eine brennende Kerze ans Fenster oder vor die Haustür und beten für uns und für andere, wir bringen unsere je eigenen Anliegen und Bitten vor Gott und schließen mit einem Vaterunser.

OFFENE KIRCHE
Die St. Andreaskirche ist jeden Tag von 17.00 – 18.30 Uhr geöffnet und lädt ein zum Gebet, zur Ruhe, zum Nachdenken.

GOTTESDIENSTE ONLINE
Eine Bitte noch: Bleiben Sie miteinander im Kontakt  über WhatsApp oder andere soziale Medien oder telefonisch oder Sie schreiben ganz klassisch mal wieder Briefe!

Es grüßt Sie ganz herzlich mit einem „Bleiben Sie gesund!“,

Ihr Pfarrer Holger Bär








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